Samstag, 10. Dezember 2022
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    Auf den Winter in Magdeburg gut vorbereitet: Zusammen für freie Straßen und Gleise

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    Der Winterdienst der Landeshauptstadt Magdeburg und der Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & Co. KG (MVB) ist für die kommende Winterperiode gewappnet. Damit Straßen und Gleise im Stadtgebiet gut von Schnee und Eis befreit werden, haben beide wieder eine gemeinsame Winterdienstübung durchgeführt.

    Auch in diesem Jahr haben im Stadtteil Rothensee der städtische Winterdienst und die MVB eine gemeinsame Räumübung durchgeführt, um bei einem bevorstehenden Wintereinbruch gegen Schnee und Eis gut gewappnet zu sein. „Das Hauptstraßennetz wird gemeinsam im Verband durch Landeshauptstadt und MVB geräumt – eine Entscheidung, die aus den Erfahrungen der Wintersaison 2020/2021 resultiert“, sagt Heiko Donner, Leiter des städtischen Winterdienstes.

    MVB-Betriebsleiter Michael Fürste erläutert dazu: „Ziel ist es, im Ernstfall die Schneemassen nicht zwischen Gleis und Straße hin und her zu schieben, sondern zusammen eine möglichst effektive Beräumung der Verkehrswege zu erreichen.“

    Um die Schneemassen effizient wegzuräumen, fahren der konventionelle Straßenschneepflug und der schienengebundene Schneepflug daher nebeneinander auf der Straße. „Diese spezielle Räumtechnik müssen die eingesetzten Mitarbeiter üben, denn der Straßenbahnschneepflug und unser Schneepflug unterscheiden sich grundlegend voneinander“, sagt Heiko Donner. Von der Pettenkoferbrücke bis zur Straßenbahnwendeschleife am Zoo fuhren die drei orangen Kolosse parallel zu einander und simulierten so die gemeinsame Räumung des Schnees. Den Verband führte ein Straßenschneepflug, gefolgt von einer Straßenbahn mit Räumschild, an. Am Ende des Verbands fuhr versetzt ein zweiter Straßenschneepflug. Die gemeinsame Übung wird jährlich unmittelbar vor der Winterperiode durchgeführt.

    Hintergründe zum Winterdienst

    Die Landeshauptstadt Magdeburg und die beauftragten Fremdfirmen sorgen bei Schnee und Eis mit insgesamt 20 großen Räum- und Streufahrzeugen für die Befahrbarkeit des Hauptstraßennetzes und die Erreichbarkeit wichtiger öffentlicher Einrichtungen, wie Schulen und Kindertagesstätten. „Bei starken und anhaltenden Schneefällen müssen wir uns zunächst auf den gesetzlich geforderten Winterdienst auf verkehrswichtigen Straßen, wie Haupt-, Europa- und Bundesstraßen, sowie den öffentlichen Personennahverkehr konzentrieren. Der Winterdienst auf nachrangigen Straßen kann erst geleistet werden, wenn es die Kapazitäten zulassen“, so der Leiter des städtischen Winterdienstes Heiko Donner.

    Um Auftausalz zu sparen, wird auch schrittweise die neue FS-100 Technik (Flüssigsalz genannt), die bis -6c verwendbar ist zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich um ein in Wasser aufgelöstes Natriumchlorid, das einen Anteil zwischen 20 und 23 Prozent hat.

    Das Hauptaugenmerk der MVB liegt auf der Betriebsfähigkeit des Straßenbahnnetzes. Insgesamt 140 km Gleise müssen schneefrei gehalten werden. Dazu stehen zwei schienengebundene Schneepflüge bereit, die über hydraulische Räumschilder verfügen. Dazu wurden in den eigenen Werkstätten ehemalige Tatra-Bahnen umgebaut.

    „Speziell geschulte Kolleginnen und Kollegen steuern in Zweier-Teams diese Wagen“, erklärt MVB-Betriebsleiter Michael Fürste. Insgesamt 60 Mitarbeitende sind dafür eingewiesen. Sie steuern aber auch weitere Fahrzeuge. Allein in diesem Jahr wurden 24 neue Kolleginnen und Kollegen für diese Tätigkeiten ausgebildet.

    Um ein Einfrieren der Oberleitungen zu verhindern, ist eine Spezialstraßenbahn vorgesehen. Sie verfügt über einen speziellen Stromabnehmer, der die Oberleitung mit einem Glycerin-Gemisch einschmieren kann und so ein Einfrieren verhindern soll. Dies funktioniert jedoch nur bei Trockenheit, bei starkem Niederschlag wird das Gemisch abgewaschen. Zusätzlich sind zwei sogenannte „Freifahr-Traktionen“ einsatzfähig. Das sind zwei Zuggarnituren, ebenfalls der Bauart Tatra zugehörig, die durch das Befahren des Streckennetzes einen sicheren Betrieb gewährleisten sollen. Sollte die Oberleitung trotz der Vorkehrungen mit einem Eispanzer ummantelt sein, so können diese Wagen mit einer Kratzleiste ausgerüstet werden.

    Vollautomatisch läuft hingegen die Bereinigung der Straßenbahnweichen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schalten sich vorsorglich die 281 verbauten Weichenheizungen ein, um die Funktionsfähigkeit der Weichen auch bei Schnee und Glätte gewährleisten zu können.

    Nicht minder wichtig ist auch die Beräumung und Zugänglichkeit der Haltestellen, damit Fahrgäste sicher in Bus und Bahn ein- und aussteigen können. „Wir müssen die Sicherheit an über 300 Haltestellen gewährleisten. Dazu sind wir mit unseren eigenen Mitarbeitern und mit der Unterstützung von Fremdfirmen im Einsatz“, so Michael Fürste. Über 50 Mitarbeitende der MVB beräumen die Haltestellen, dazu kommen weitere Arbeitskräfte von insgesamt drei Fremdfirmen. 40 Tonnen Streugut hat die MVB für diese Winterperiode eingelagert.

    Die städtischen Streusalzreserven sind bereits entsprechend der Verkehrssicherungspflicht aufgefüllt worden und ungleich höher. Zur Verfügung stehen insgesamt 2.300 Tonnen Salz für die Straßen und 400 Tonnen Splitt zum Abstumpfen jener Gehwege, für die die Stadt verantwortlich ist. Je nach Witterungsverhältnissen können die Reserven bei Bedarf auch noch aufgestockt werden. Bei besonderen Ereignissen oder extremen Wetterbedingungen wird die Koordinierungsgruppe Winterdienst einberufen, die besondere Maßnahmen, zum Beispiel die Schneeabfuhr aus dem Stadtzentrum oder den zusätzlichen Einsatz von kleiner Winterdiensttechnik in Nebenstraßen, festlegt.

    Der Extremwinter 2021 zeigte, dass trotz aller Vorkehrungen und Vorhaltung entsprechender Technik nicht immer ein Straßenbahnbetrieb gewährleistet werden konnte. „Wir versichern, dass wir alles in unserer Machtstehende tun, um den Verkehr aufrechterhalten zu können. Jede Frau und jeder Mann sind dafür im Einsatz. Bei außergewöhnlichen Winterereignissen wie im Februar 2021, können wir aber auch an Grenzen stoßen“, erklärt Michael Fürste. (PM MVB)

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