Städtische Werke Magdeburg warnen vor verschiedenen Betrugsmaschen

Magdeburg. Aktuell häufen sich in Magdeburg Vorfälle von dubiosen Haustürgeschäften. Unter falschen Vorwänden verschaffen sich Personen Zugang zu Wohnungen und bringen vor allem ältere Menschen mit unwahren Behauptungen dazu, neue Verträge mit anderen Stromanbietern abzuschließen.

„Derzeit gibt es mindestens drei verschiedene Vorgehensweisen“, erklärt Dr. Annette Petrasch, Bereichsleiterin des SWM-Kundenservices.

Variante 1: Falsche Tochterfirma und angebliche Preiserhöhung

In einem Fall geben sich drei Männer als Mitarbeiter einer vermeintlichen Tochterfirma der SWM aus. Sie tragen SWM-Schlüsselbänder mit blauen Anhängern sowie gefälschte Mitarbeiterausweise. Zudem führen sie Tablets mit sich, auf denen angeblich Kundendaten hinterlegt sind.

„Sie behaupten, dass ihnen die aktuellen Verbräuche vorliegen und diese bereits geprüft wurden“, so Dr. Petrasch. Anschließend erklären sie, dass eine Strompreiserhöhung bevorstehe und der Tarif der angeblichen Tochterfirma deutlich günstiger sei.

Variante 2: Unterschrift „nur für den Chef“

In einer weiteren Masche wird Kundinnen und Kunden erklärt, ein anderer Anbieter sei günstiger. Lehnen diese einen Wechsel ab, zeigen die Vertreter zunächst Verständnis. Dennoch bitten sie um eine Unterschrift – angeblich als Nachweis für den Vorgesetzten, dass ein Gespräch stattgefunden habe.

„So erschleichen sich die Personen die Unterschrift der Kunden für die Kündigung des Vertrages bei SWM“, erklärt Dr. Petrasch. Betroffene erhalten anschließend eine Kündigungsbestätigung, obwohl sie keinen Anbieterwechsel beabsichtigt hatten. In solchen Fällen ist schnelles Handeln gefragt: Innerhalb weniger Tage muss der Widerruf der Kündigung erklärt werden.

Variante 3: Zugang zu Zählern erschleichen

In einer dritten Vorgehensweise versucht ein Mann, sich Zugang zu Stromzählern zu verschaffen. Angeblich wolle er den Arbeitspreis überprüfen und Fotos von den Anlagen machen.

„Beides steht in keinem Zusammenhang“, warnt Dr. Petrasch. „Hier geht es vermutlich um den Abzug vertraulicher Daten, da die Zählernummern für eine Kündigung und den Neuabschluss relevant sind.“

Was Betroffene tun können

Die SWM raten, Vorfälle bei der Verbraucherzentrale zu melden und Anzeige bei der Polizei zu erstatten. „Damit helfen Betroffene am schnellsten, solche Betrüger dingfest zu machen und andere zu schützen“, so Dr. Petrasch.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kundencenter sowie an der Hotline stehen für Beratung zur Verfügung. „Niemand muss sich scheuen, zu uns zu kommen, wenn er oder sie auf diese perfiden Tricks hereingefallen ist“, betont Dr. Petrasch.

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