Freitag, 2. Dezember 2022
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    Dezentrale Treckerkundgebung am 25.11.2022 in Magdeburg

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    mit Bannern, Traktoren und Schubkarren fordern Bäuerinnen und Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) am 25.11.2022 in 4  Aktionen in Sachsen-Anhalt eine transparente, faire und gemeinwohlorientierte Verpachtung von landwirtschaftlichen Flächen im Eigentum der öffentlichen Hand. Sie übergeben dabei die von der AbL erarbeiteten Verpachtungskriterien.

    Die Kundgebung startet um 11 Uhr am Alten Markt mit einem Redebeitrag von Michael Krack und Nils Rosenthal (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) und der Übergabe der Forderungen an die Oberbürgermeisterin Borris.

    Bäuerinnen und Bauern fordern gemeinwohlorientierte Verpachtung der kommunalen Flächen. Öffentliches Land sollte auch öffentlichen Interessen zu gute kommen und nicht nach Höchstpreis an den Meistbietenden vergeben werden. Durch das bisherige Vergabeverfahren werden systematisch kapitalintensive Holdings und Agrarinvestoren gestärkt. Aufgabe einer Kommune sollte es allerdings sein, die Landwirt:innen vor Ort zu unterstützen und die Flächen an Betriebe zu verpachten, welche innerhalb der Gemeinde einen besonderen Mehrwert im Sinne des Gemeinwohls erbringen.

    Die Pacht- und Verkaufspreise für landwirtschaftliche Flächen sind in den letzten Jahren enorm angestiegen. Lag der durchschnittliche Pachtpreis für einen Hektar Agrarland im Jahre 2007 noch bei 183 Euro, stieg dieser bis 2016 auf 288 Euro (Destatis). Pachtpreise sind daher so relevant für Bäuerinnen und Bauern, da sie deutschlandweit nur etwa 40% ihrer bewirtschafteten Fläche im Eigentum besitzen. Der Anstieg der Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen in Deutschland gestaltete sich noch extremer. Kostete ein Hektar Agrarland im Jahr 2007 durchschnittlich 9.205 Euro, waren es 2017 bereits etwa 24.000 Euro (Zahlen des Statistischen Bundesamtes). Die gestiegenen Kauf- und Pachtpreise sind einer der Gründe, weshalb in Deutschland zwischen 2010 und 2020 über 35.000 landwirtschaftliche Betriebe aufgaben. Dementsprechend nahm die Konzentration des Bodenbesitzes im selben Zeitraum zu. (nur Ostdeutschland) Das Thünen-Institut schätzt, dass 2017 etwa 14 % aller GmbHs und Genossenschaften Ostdeutschlands in Händen außerlandwirtschaftlicher Investoren lag – Tendenz steigend. Es zeigt sich: Landgrabbing ist nicht nur ein Phänomen des Globalen Süden, es findet auch direkt vor unserer Haustüre in Deutschland statt. Während kapitalstarke (Groß-)Betriebe wachsen, die ihr Land in der Regel agrarindustriell bewirtschaften, fällt es bäuerlichen Betrieben zunehmend schwerer, an Land zu kommen bzw. ihr Land zu sichern.  Gleichzeitig erschweren die steigenden Landpreise und der Druck auf den Bodenmarkt Junglandwirt:innen – gerade ohne Erbland – an Land zu kommen und eigene Betriebe zu gründen. Der lang ersehnte Nachwuchs in der Landwirtschaft bleibt auch deshalb aus.

    Organisiert wird die Aktion durch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, ein Verband welcher die Interessen konventionell und ökologisch wirtschaftender Betriebe vertritt. Politisches Ziel ist eine zukunftsfähige Agrarpolitik, welche bäuerliche Betriebe stärkt, jungen Menschen den Einstieg in die Landwirtschaft ermöglicht und Klima- und Naturschutz ernst nimmt.

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