Freitag, 2. Dezember 2022
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    Die Strompreiserhöhung in Magdeburg wird kommen

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    Die ersten Verbraucher in den unterschiedlichsten Bundesländern erhalten aktuell ihre neuen Strompreisberechnungen und die haben es in sich. In Mecklenburg-Vorpommern steigt der Arbeitspreis zum Beispiel von rund 35 ct je kWh auf rund 76 ct. Wir haben einmal bei unseren Stadtwerken nachgefragt, was auf die Magdeburger zukommen wird.

    Laut der SWM Magdeburg haben sich die Preise an den Energiebörsen vervielfacht. Die Jahresprodukte für Erdgas und Strom liegen aktuell noch fünf bis sechsmal so hoch wie in der Vergangenheit. Dies hat laut der Mitteilung der SWM zur Folge, dass sich Stromkunden auf den doppelten und Gaskunden auf den drei bis vierfachen Endpreis einstellen müssen. Bei Strom liegt der Grundpreis mit Stand 01.11.2022 bei 131,00 € pro Jahr und der Arbeitspreis bei 27,47 ct je kWh. Auch der Erdgaspreis ist mit 93,09 € pro Jahr und 20,52 ct je kWh in ähnlicher Höhe.

    „Im Strom ist eine Anpassung zum 01.01.2023 geplant, im Gas aktuell nicht. Für unsere Kunden mit Laufzeitverträgen gelten die vertraglichen Preise bis zum Ende der jeweiligen Preisgarantie. Über Preisanpassungen informieren wir unsere Kunden in den gesetzlichen bzw. vertraglichen Fristen, in der Regel sind das sechs Wochen im Voraus.“, teilte Frau Kolberg von der SWM mit.

    Laut Mitteilung der SWM passen bereits einige Kunden ihre Abschlagsbeträge an, um hohe Nachzahlungen zur Jahresrechnung zu vermeiden. Nach dem Versand der Preisanpassungen an die Kunden wird die SWM die Abschläge für die Kunden, die noch nicht tätig geworden sind, anpassen müssen.

    Doch wieso steigt der Strompreis so stark an? Hierzu erläutert die SWM Magdeburg wie folgt:

    Strom wird aus Rohstoffen erzeugt. Während Erdgas an sich schon mit leichten Modifikationen wie aus der Quelle genutzt werden kann, muss Strom aus Rohstoffen wie Gas oder Kohle erzeugt werden. Auch die Kosten aus Wind und Sonne steigen, denn die Kraftwerke, die diese grüne Energie in Strom umwandeln, haben Fixkosten und sind zu wenige, um den Bedarf aller zu decken. Gerade Sonne und Wind sind nicht rund um die Uhr verfügbar. Um den Strombedarf aller zu decken, braucht es eben auch Gaskraftwerke, und die machen den Strom aufgrund des Marktprinzip der Merit Order teuer. Diese Preissprünge können wir als SWM Magdeburg nicht auffangen. Wir haben den Vorteil mit der Erzeugung von Wärme und Strom im MHKW Rothensee und in unserer eigenen Anlage, dem Biomasseheizkraftwerk in Cracau, ein wenig gegenzusteuern. Doch auch die Kosten für die Rohstoffe – Müll wie Landschaftspflegeholz – sind deutlich gestiegen. Die erzeugte Strommenge reicht zudem nicht, den Tagesbedarf in Magdeburg zu decken. In einem geringeren Maße spielen auch die Netzentgelte eine Rolle. Hier wurde zwar durch entsprechende Zuschüsse des Bundes das Niveau der Entgelte auf der Ebene der Übertragungsnetzbetreiber konstant gehalten, allerdings stehen alle Verteilnetzbetreiber vor der Situation, dass sich insbesondere die Kosten der Verlustenergiebeschaffung – analog der Preisentwicklung bei den Beschaffungskosten für unsere Kunden – extrem erhöht haben. Dies und die zu erwartenden Verbrauchsreduzierungen führen zu steigenden Netzentgelten auf Verteilnetzebene.

    Was können Verbraucher tun, wenn sie die Stromabrechnung nicht begleichen können? Hierzu erklärt die SWM Magdeburg folgendes:

    Wir betrachten das von Fall zu Fall und versuchen gemeinsam mit unseren Kunden eine Lösung zu finden. In Abhängigkeit des bisherigen Zahlungsverhaltens sind auch Ratenzahlungen möglich. Dies setzt natürlich auch voraus, dass sich die Kunden rechtzeitig bei uns melden. Nicht erst wenn alle Mahnstufen durchlaufen sind. Eine Einstellung der Energieversorgung ist in keinem Fall unser Ziel.

    Die SWM möchte ihre Kunden mit Beratung und Seminaren helfen und teilt hierzu mit:

    Energie sparen betrifft uns alle. Denn jeder Beitrag zählt, den Bedarf von Gas, Kohle und Erdöl zu verringern. Das macht uns energiepolitisch unabhängiger, schützt Klima und Umwelt und spart bares Geld. Dazu ist ein bewusster Umgang mit Energie unerlässlich. Knapp mehr als ein Viertel der Endenergie wird in Deutschland in privaten Haushalten verbraucht. Dort entfallen im Durchschnitt 70 bis 80 Prozent der benötigten Energie auf das Heizen, jeweils 10 bis 15 Prozent auf warmes Wasser und Strom. Da steckt also jede Menge Potenzial zum Sparen. Mit einfachen Mitteln und kurzfristigen Maßnahmen lassen sich bis zu 20 Prozent Energie einsparen. In einer Broschüre haben wir eine ganze Reihe an Tipps zusammengestellt, die Ihnen zeigen, wie einfach weniger geht. Diese können sich unsere Kunden kostenlos im Kundencenter abholen bzw. steht als Download auf der Webseite zur Verfügung. Weitere Angebote sind unter anderem Messgeräte-Verleih, um die eigenen Haushaltsgeräte zu überprüfen, oder auch Heizungsthermostate, die wir im Kundencenter verkaufen. Angesichts der aktuellen Situation haben wir unsere Energieberatung mit unterschiedlichen Angeboten stark ausgebaut.

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