Freitag, 2. Dezember 2022
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    Gestaltung eines neuen Naturgrabfeldes auf dem Magdeburger Westfriedhof beendet

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    Auf dem Westfriedhof ist in den vergangenen Wochen ein neues Naturgrabfeld durch orientierungsstiftende Schilder vervollständigt worden. Am westlichen Hauptweg des Feldes X informieren nun zwei aus Holz gefertigte Schilder über die Lage des im vergangenen Jahr durch den Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg neu angelegten und mit kunstvollen Skulpturen gestalteten alternativen Grabfeldes. Die Holzschilder greifen den Gestaltungsstil von Holzplastiken des Künstlers Thomas Koch auf und wurden ebenfalls durch ihn geschaffen.

    Auf einer Fläche von rund 8.000 Quadratmetern wurde unter eindrucksvollen Altbäumen somit ein weiterer Bereich für naturnahe Bestattungen fertiggestellt. In diesem Frühjahr stand zudem erstmals ein farbenfrohes Blütenband aus verschiedenen Frühblühern, welches das Grabfeld durchzieht, in voller Pracht. Inmitten dieses Bandes kommt eines der Hauptzierelemente des Grabfeldes in Form einer farbigen Glasplastik vollkommen zur Geltung. Mit ihrer Inschrift „Wenn die Sonne des Lebens untergeht, leuchten die Sterne der Erinnerung“ soll sie einen optimistischen Blick auf das Leben und Sterben lenken.

    Die symbolische Bedeutung des Friedhofs als Ort der Trauer und des Andenkens zeigt sich zudem in der Gestaltung der Holzskulpturen. So zieren die sechs überdimensionalen Stühle aus Robinienholz des Künstlers Thomas Koch das Naturgrabfeld. Neben ihrem ästhetischen Wert dürfen die Skulpturen ganz pragmatisch auch als Sitzgelegenheit genutzt werden. Durch ihr Fertigungsmaterial und ihre paarweise Anordnung unterstreichen sie den natürlichen Charakter des Grabfeldes. Außerdem greift die Symbolik eine Verbindung zur Möglichkeit der Nutzung der Grabstellen als Partnergrab auf.

    Thomas Koch hat bei der Verzierung der speziell für das Naturgrabfeld entwickelten Skulpturenserie eine universell verständliche Symbolik gewählt. So schmückt je eines der folgenden Gleichnisse jeweils einen der Robinienstühle:

    Dem Auge werden magische Kräfte nachgesagt. Als eines der ältesten Symbole der Menschheit steht das Auge für himmlischen Schutz. Der Baum symbolisiert als „Weltenbaum“ die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits und wird als Baum der Erkenntnis verstanden. Der Fisch ist ein Glückssymbol. Darüber hinaus wird ihm als einst geheimes Erkennungsmerkmal in christlichen Überlieferungen besondere Bedeutung zugeschrieben. Engel werden universell als Mittler zwischen den Menschen und „höheren Mächten“ verstanden. Die Libelle steht für Transformation, Mut und Lebenskraft. Sie verbindet Luft und Wasser. Zudem wird die Libelle als Wächterin der Träume verstanden. Die Bedächtigkeit der Schnecke symbolisiert Weisheit und Sensibilität. Die Spirale ihres Schneckenhauses wird als Sinnbild für die Wiedergeburt verstanden.

    Wenngleich es sich räumlich nicht direkt angliedert, bildet das neugestaltete Naturgrabfeld eine Erweiterung des ersten Naturgrabfeldes auf dem Westfriedhof. Dieses wurde als pflegearme Alternative zur anonymen Beisetzung bereits im Jahr 2009 angelegt. Die Naturgrabfelder auf den kommunalen Friedhöfen der Landeshauptstadt Magdeburg greifen den Trend zu naturnahen Bestattungen auf und werden damit der Nachfrage nach möglichst individualisierbaren Beisetzungsformen gerecht. Neben dem Westfriedhof gibt es mittlerweile auf dem Südfriedhof und dem Buckauer Friedhof die Möglichkeit einer Beisetzung auf einem Naturgrabfeld.

    Was gibt es beim Naturgrabfeld zu beachten?

    Der Beisetzungsplatz innerhalb des Naturgrabfeldes wird für eine Liegezeit von 20 Jahren vergeben. Pro Beisetzungsplatz können zwei Urnen beigesetzt werden. Ein klassischer Grabstein ist nicht erforderlich, da die Nummerierung des Beisetzungsplatzes durch einen kleinen Naturstein in Form eines Laubblattes vorgegeben ist. Auf Wunsch ist eine Namenskennzeichnung auf einem liegenden Grabmal möglich. Das Grabmal muss als Laubblatt gestaltet sein und bündig in die Rasenfläche verlegt werden. Die Kosten hierfür sind durch die Angehörigen zu tragen. Das Nutzungsrecht für einen Beisetzungsplatz auf dem Naturgrabfeld kann bzw. muss im Zusammenhang mit einer weiteren Urnenbeisetzung verlängert werden. Die Reservierung des Beisetzungsplatzes oder der Erwerb des Nutzungsrechtes ist bereits zu Lebzeiten möglich. (PM LH MD)

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