Ein Stück deutscher Geschichte erstrahlt in neuem Glanz: Nach mehreren Monaten Sanierungsarbeiten ist der historische Grenzturm an der Strandpromenade in Kühlungsborn wieder für Besucher geöffnet.
Die Arbeiten konzentrierten sich auf die Instandsetzung der Betonhülle des ehemaligen Beobachtungsturms. Während der Sanierung blieb das angrenzende Museum geöffnet, der Turm selbst konnte jedoch zeitweise nicht betreten werden. Nun ist auch die Aussichtsplattform wieder zugänglich.
Der Grenzturm zählt zu den letzten erhaltenen Beobachtungstürmen der ehemaligen DDR-Ostseeküste. Von ursprünglich 27 Türmen dieses Typs ist er der einzige, der direkt an seinem ursprünglichen Standort erhalten geblieben und heute für Besucher zugänglich ist. Er erinnert an die Zeit der deutschen Teilung, als die Ostsee streng überwacht wurde und Fluchtversuche über das Meer verhindert werden sollten.
Heute dient der Turm als Mahnmal und Museum. Besucher können die ehemalige Beobachtungskanzel besichtigen, mehr über die Grenzsicherung an der Ostsee erfahren und sich anhand zahlreicher Ausstellungsstücke sowie Zeitzeugenberichte mit den Schicksalen von Menschen beschäftigen, die einst über die Ostsee aus der DDR fliehen wollten. Im benachbarten Museumspavillon werden unter anderem originale Fluchtboote und weitere Exponate zur deutsch-deutschen Geschichte gezeigt.
Wer Kühlungsborn besucht, findet mit dem Grenzturm nicht nur einen außergewöhnlichen Aussichtspunkt direkt an der Ostsee, sondern zugleich einen Ort des Erinnerns und der historischen Aufarbeitung. Von der Turmplattform reicht der Blick heute weit über Strand und Meer – dort, wo einst die innerdeutsche Grenze verlief.
