Das ehemalige Gerichtsgebäude am Jerichower Platz könnte vorübergehend zu einer Trainingsstätte für Magdeburgs Schwimmsport werden. Die Stadtverwaltung schlägt vor, dort während der Sanierung der Elbeschwimmhalle einen 50-Meter-Pool mit acht Bahnen aufzustellen. Die Entscheidung liegt nun beim Stadtrat.
Für den Bundesstützpunkt Schwimmen in Magdeburg zeichnet sich eine neue Übergangslösung ab. Nach der Prüfung verschiedener Standorte favorisiert die Stadtverwaltung das ehemalige Gerichtsgebäude am Jerichower Platz.
Geplant ist, die Halle von November 2026 bis Juni 2028 anzumieten. Innerhalb des Gebäudes soll ein ebenfalls angemieteter Pool mit einer Länge von 50 Metern und einer Breite von 20 Metern aufgebaut werden. Insgesamt wären acht Schwimmbahnen vorgesehen.
Die Übergangslösung soll das Training des Bundesstützpunktes während der Sanierung der Elbeschwimmhalle ermöglichen.
Übergangslösung kostet rund 3,76 Millionen Euro
Für die geplante Variante rechnet die Stadt mit Kosten von insgesamt rund 3,76 Millionen Euro. Das Land Sachsen-Anhalt hat laut Stadtverwaltung Fördermittel in Höhe von 700.000 Euro in Aussicht gestellt.
Bevor die Pläne umgesetzt werden können, muss jedoch der Magdeburger Stadtrat zustimmen. Die Entscheidung ist für Donnerstag, 27. August, vorgesehen.
Bei einer Zustimmung sollen anschließend die notwendigen Mietverträge mit dem Land Sachsen-Anhalt, dem Hallenbetreiber und einem möglichen Betreiber des Pools abgeschlossen werden. Zudem will die Stadt einen entsprechenden Förderantrag stellen.
Oberbürgermeisterin Simone Borris bezeichnet die Lösung nach der Prüfung mehrerer Standorte als technisch und zeitlich schnell umsetzbar. Trotz der schwierigen Haushaltslage würden die Vorteile des ehemaligen Gerichtsgebäudes überwiegen.
Sechs verschiedene Standorte wurden geprüft
In den vergangenen Monaten hatte die Stadt insgesamt sechs Varianten untersucht. Dazu gehörten neben dem ehemaligen Gerichtsgebäude unter anderem ein Mietpool in der Hermann-Gieseler-Halle, eine Traglufthalle über dem 50-Meter-Becken des Erich-Rademacher-Bades und die Nutzung einer Messehalle.
Auch eine Getreidelagerhalle auf dem ehemaligen Fahlberg-List-Gelände sowie die weitere Nutzung der Schwimmhalle Diesdorf wurden geprüft.
Die derzeitige Übergangslösung in Diesdorf führt laut Stadtverwaltung seit Monaten zu erheblichen Einschränkungen für den Schul- und Vereinssport sowie den öffentlichen Badebetrieb. Hinzu kommen demnach regelmäßige technische Ausfälle.
Für den Bundesstützpunkt spielt außerdem die Nähe zur Elbeschwimmhalle eine Rolle. Dort sollen während der Sanierung unter anderem Serviceeinrichtungen, Bereiche für das Landtraining, der Strömungskanal und die Trainerräume weiter genutzt werden.
Sanierung des Carl-Miller-Bades könnte später beginnen
Parallel schlägt die Stadtverwaltung vor, den Beginn der geplanten Sanierung des Carl-Miller-Bades um rund ein Jahr zu verschieben.
Dadurch könnte das Freibad im Jahr 2027 noch einmal regulär in die Saison starten. Von Mai bis August stünden damit zusätzliche Kapazitäten für den Schulsport und den öffentlichen Badebetrieb zur Verfügung.
Ob die Übergangslösung am Jerichower Platz tatsächlich kommt, entscheidet nun zunächst der Magdeburger Stadtrat.
